Erlaubt ist mehr als Sie denken

Veröffentlicht am 2. Januar 2026 um 10:00

 

„Erlaubt ist, was gefällt.“ Goethe formulierte diesen Satz einst als Einladung, über die Grenzen des Erlaubten neu nachzudenken. Für mich war er der Einstieg in ein philosophisches Thema, das mich über Jahre begleitet hat: die Frage nach Moral und Gesellschaft, nach dem eigenen Kern und dem feinen Kompass des Gewissens.

Gerade im Führungskontext zeigt sich, wie stark diese inneren Grenzen wirken. Vieles, was uns weiterbringen könnte, bleibt ungedacht oder ungetan – nicht, weil es falsch wäre, sondern weil wir es uns selbst nicht erlauben.

 

Und genau hier beginnt wirksames Executive Coaching: Welche Möglichkeiten, Entscheidungen oder Schritte erlauben Sie sich bislang nicht – obwohl gerade sie den nächsten Durchbruch ermöglichen könnten?

 

Viele unserer inneren Grenzen wurden nicht aus Weisheit gesetzt, sondern aus Zweckmäßigkeit: damit wir berechenbar bleiben. Handhabbar. Kontrollierbar. Lukrativ.

 

Die Moral, ursprünglich gedacht als gemeinschaftliches Regelwerk, wurde im Laufe der Geschichte zum wirkungsvollsten Instrument derjenigen, die Einfluss ausüben. Sie wurde zum Käfig des freien Geistes – subtil, unsichtbar, gesellschaftlich legitimiert.

Während die einen geben, schuften und sich aufopfern, sitzen andere scheinbar mühelos auf ihren sicheren Höhen. Sie beobachten, wie Menschen sich selbst beschneiden, indem sie sich aus Gehorsam oder Gewohnheit das eigene Recht verwehren und damit unbewusst ihre eigene Würde verletzen.

 

Ich möchte gern ermutigen, mehr zu wagen– schlicht weil unser Leben es wert ist. Wir dürfen ausprobieren, wie weit wir kommen können. Wir dürfen uns messen, wachsen, neu gestalten. Und ja: Wir dürfen Reichtum besitzen. So viel, dass es manchen fast unverschämt erscheint.

 

Denn seien wir ehrlich: Es sind meist diejenigen, die unter Ihnen stehen, die Ihnen von Fülle abraten würden. Menschen, die Ihre Größe nicht tragen können, weil sie sie nicht einordnen können. Diejenigen jedoch, die von Ihrer Produktivität, Ihrer Klarheit und Ihrem Mut profitieren – sie haben eine andere Moral. Eine, die Leistung anerkennt, Wachstum begrüßt und Freiheit nicht fürchtet.

 

Wer Sie bremst, tut es selten aus Wohlwollen. Oft aus Gewohnheit, Unsicherheit oder dem Wunsch, Sie in einem System zu halten, das für andere bequemer ist als für Sie.

 

Der Stärkere gewinnt. Es war immer so und ist heute auch nicht anders!